<< zur Übersicht Infoanlass | 01. November 2021

Von der abgeschlossenen Produktionsstätte zum offenen Stück Stadt – das Richtkonzept steht

«Es wird noch viel Wasser den Krienbach runterfliessen, bis auf dem Bell-Areal ein neues Stück Stadt entsteht», sagte Maurus Frey am öffentlichen Infoanlass vom 25. Oktober im Schappesaal vor dem zahlreich erschienenen Publikum. Der Vorsteher des Krienser Bau- und Umweltdepartements bezog sich dabei auf den Baustart, der frühestens 2027 erfolgen wird und betonte, wie wichtig es ist, die Öffentlichkeit bei der Entwicklung des Bell-Areals schon früh mit ins Boot zu holen. Und Peter Schmid, Verwaltungsratspräsident der Grundeigentümerin Logis Suisse, pflichtete ihm bei: «Eine solche Entwicklung kann man nur gemeinsam bewältigen.»

Schmid bezog sich dabei nicht nur auf die Zusammenarbeit mit der Stadt Kriens: Der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft Logis Suisse AG und ihrer Entwicklungspartnerin Steiner AG war es von Anfang an wichtig, die Bevölkerung miteinzubeziehen. So zum Beispiel bei der Erarbeitung der Leitsätze 2019 oder am Dialogforum im Juni 2021, als die Krienserinnen und Krienser Einblick in die Konzeptentwicklung erhielten und direkt vor Ort oder danach auch online Hinweise zu den künftigen Stadträumen platzieren konnten. Diese Hinweise sowie die Anregungen aus einem Video von Krienser Jugendlichen (verlinken mit Video auf YouTube) wurden ausgewertet und dem Planerteam für ihre Weiterarbeit übergeben.

Daraus entstand das Richtkonzept, das Donat Senn, GWJ Architektur AG, im Namen des ganzen Planerteams am Ergebnisforum präsentierte (verlinken mit PDF zur Präsentation). Das Areal soll keine isolierte Insel bleiben, sondern sich öffnen und mit der Nachbarschaft verzahnen, betonte Senn.

 

Öffnung gegen die Busschleife hin

Donat Senn stellte die verschiedenen Zonen des Konzepts vor: Während in den hinteren und mittleren Bereichen gewohnt und gearbeitet wird, ist gegen die Busschleife hin vorwiegend öffentlicher Raum geplant – mit Plätzen, einer Spielwiese und publikumsorientierten Nutzungen im Erdgeschoss. Zudem ist der Erhalt einzelner markanter Bestandsgebäude wie zum Beispiel der Halle 7 und der Turbinenversuchsanlage (TVA) vorgesehen. Auf dem Bell-Areal entsteht ein vielfältiges Stück Stadt, so der Architekt.

Diese Überlegungen haben auch das unabhängige Beurteilungsgremium überzeugt. Es hat das vorliegende Richtkonzept im Abschlussbericht als eine gute Grundlage für eine erfolgreiche und integrative Stadtentwicklung gewürdigt.

Nicht nur am Städtebau wurde weitergearbeitet. Es gab auch eine Vertiefung der verschiedenen technischen Fachthemen. Dabei wurde unter anderem eine stadtklimatische Simulation für das Bell-Areal durchgeführt – für ein möglichst angenehmes Lokalklima im neuen Stück Stadt.

 

Zusammenarbeit mit regionalen Genossenschaften

Der Bebauungsplan wird nun erarbeitet und liegt voraussichtlich Anfang 2023 öffentlich auf, bevor er durch den Einwohnerrat Kriens verabschiedet wird. Das konkrete Bauprojekt wird erst in der Planungsphase ab 2024 erarbeitet.

Die Andritz Hydro AG wird auch künftig auf dem Bell-Areal bleiben – mit der Verwaltung und dem Engineering. Durch den Wegzug ihrer Produktion wird ab 2027 viel Raum frei. Bereits jetzt wird daran gearbeitet, dass es dereinst auf dem Areal vielfältigen und bezahlbaren Wohnraum gibt: «Logis Suisse hat sich mit Genossenschaften aus Kriens und Umgebung in Verbindung gesetzt und arbeitet daran, diese mit ins Boot zu holen», betonte Marianne Dutli Derron.

 

Zwischennutzende gesucht

Die Projektleiterin von Logis Suisse gab dem Publikum einen aktuellen Einblick ins Bell-Areal. «Die grossen Hallen und die Bürogebäude bieten Platz für ganz unterschiedliche Geschäftsideen und Organisationen», sagte Dutli Derron.

Bis mindestens 2026 stehen die verfügbaren Räume für Zwischennutzungen bereit. Ab Anfang 2022 sind auch die Räume in den beiden Bürogebäuden entlang der Obernauerstrasse verfügbar, wie Dutli Derron bekannt gab. Die Firma Unterdessen GmbH plant dort zusammen mit dem Luzerner Netzwerk Neubad Ateliers, Proberäume und Arbeitsplätze für Kulturschaffende anzubieten. Zudem werden bezahlbare Büroflächen für Selbständige und kleine Start-Ups sowie temporär nutzbare Arbeitsplätze geschaffen. Auch im Aussenraum sollen Aufenthaltsmöglichkeiten entstehen.

«Die Weiterentwicklung des Bell-Areals wird weiterhin im Dialog mit der Bevölkerung geschehen», betonte Logis-Suisse-Präsident Peter Schmid zum Schluss. «Wir werden Sie auch in den kommenden Monaten informieren.» Das Publikum dankte es ihm mit einem Applaus.

 

Impressionen vom Ergebnisforum